Der Steirische Fußballverband informiert...

Sozialprojekte

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Projekt ÖFB Zusammen:Österreich

Panther Cup von Special Olympics Steiermark - Österreich

Homeless World Cup

Fußball für Vielfalt

Steirischer Fußballverband unterstützt Caritas bei Integrationsarbeit

Graz, am 4. Oktober 2016

StFV-Präsident Dr. Wolfgang Bartosch übergab 33 Kisten mit Fußball-Ausrüstung an unbegleitete Minderjährige

Am Dienstag, 4. Oktober 2016, übergab der Präsident des Steirischen Fußballverbandes, Dr. Wolfgang Bartosch, Fußballausrüstungen an unbegleitete Minderjährige, die in der Caritas Außenstelle "Welcome Rothleiten" betreut werden. Insgesamt wurden vom StFV 33 Kisten voll mit Trikots, Westen, Trainingshosen und T-Shirts bereitgestellt. Dadurch soll den Geflüchteten eine Grundlage geboten werden, um rasch fußballerisch aktiv werden zu können.

Wolfgang Bartosch: "Integration wird durch Sport im Allgemeinen und in Österreich durch den Fußball im Speziellen massiv gefördert. Gerade jüngere Menschen, die in die Steiermark kommen, erfahren in Vereinen und am Fußballplatz das erste Mal so wichtige Werte wie Respekt, Zusammenhalt oder Teamgeist. Darüber hinaus wird auch die deutsche Sprache gelernt, wenn man sich mit Teamkollegen unterhält. Nicht zuletzt deshalb wollen wir mit dieser Übergabe ein kleines Zeichen setzen, um Integration in den Nachwuchsmannschaften zu fördern. Hier wollen junge, geflüchtete Menschen - unabhängig von allen politischen Diskussionen über Herkunft und Religion - einfach nur Spaß haben und einfach nur Fußball spielen. Schön, dass wir gemeinsam mit der Caritas einen kleinen Beitrag leisten können."


"Bei der Übergabe der neuen Fußballausrüstung: Dr. Wolfgang Bartosch (l.) und Marlene Joham, MA (m.) mit Jugendlichen der Caritas Außenstelle ´Welcome Rothleiten´

 

HOMELESS WORLD CUP 2016 IN GLASGOW

Glasgow!

Die schottische Metropole wird, wie nun bekanntgegeben, das Ziel des heurigen österreichischen Homeless World Cup Nationalteams sein, unsere 8 Spieler werden sich dort mit 47 weiteren Teams messen. insgesamt gehen mit dem Damenbewerb 64 Teams aus 51 Nationen an den start, mehr als 500 SpielerInnen werden an dieser 14. sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft teilnehmen.

Teamchef Gilbert Prilasnig und Trainer Klaus Fuchs sind derzeit damit beschäftigt das heurige österreichische Team zusammenzustellen. Wir halten sie auf unserer Homepage über die Vorbereitungen am laufenden. Besuchen sie uns dazu auf

www.homelessworldcup.at

thomas jäger
Homeless World Cup Österreich - Initiative Goal - SIQ
+43 - 676 - 88015399
www.homelessworldcup.at
http://siq.caritas-steiermark.at

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Homeless World Cup 2015 - Amsterdam

THE END oder MEXIKO und MEXIKO

Die überaus verdienten Sieger und Siegerinnen des Homeless World Cup 2015  heißen bei den Männern Mexiko (5:2 gegen die Ukraine) und bei den Frauen - welch Überraschung -  Mexiko (3:1 gegen Chile).

Aber in Wahrheit sind alle teilnehmenden 48 Männer und 16 Frauenteams aus 49 Nationen die Sieger und Siegerinnen hier in Amsterdam, wo der Homeless World Cup bereits vom ersten Tag an zu einem fixen Bestandteil des Stadtbilds geworden ist und Tausende BesucherInnen die Spiele verfolgten.

Wo der HWC 2016 stattfinden wird, bleibt vorerst noch ein Geheimnis. Im Sinne der Spannung, die uns neun Tage begleitet hat.

Abschiedsschmerz, Freudentänze und wie es weitergeht

Ein wenig Sentimentalität kommt auf am letzten Tag des Turniers: eine extrem freundschaftliche gute Stimmung verbunden mit einer hervorragenden Organisation und einem Amsterdam, das in punkto Gastfreundschaft die Latte hochlegt, kennzeichnet auch die Finalspiele. So viele unglaubliche Spielerpersönlichkeiten, großartige Fußballer und Menschen, haben sich in diesem internationalen Kaleidoskop hervorgetan, so viele Freundschaften sind entstanden, so viel Spaß hat es hier mit beinahe der ganzen Welt gemacht.

Gefühle, die das österreichische Team um 12.30 Uhr am Centercourt nicht wirklich spüren wird, steht doch die leichte Nervosität im Finale um den Life Goals Cup gegen Frankreich klar im Vordergrund.

In den groß am Screen aufscheinenden Gesichtern wird während der österreichischen Bundeshymne die Anspannung deutlich, und auch die Fans sind erst sichtlich gelöst, als Efe Aigbangbee und Armin Leipert abwechselnd in Windeseile das 5:0 herbeiführen. Aber dass jeder in diesem Team heute brillieren kann, das ist das eigentlich Beeindruckende an der Mannschaft von Prilasnig und Fuchs; das extrem gut abgestimmte und so lustvolle Zusammenspiel der insgesamt acht Männer, die in diesen letzten neun Tagen in Amsterdam viel voneinander und miteinander gelernt haben und trotz all ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten auch Freunde geworden sind.

Vor der Pause legt dann noch Razeq Zamiri zwei Tore drauf, und im Tor hält Khaled Rahmati einmal mehr einfach alles. Da ja Fairplay das Motto des HWC ist, bremsen die Österreicher ein wenig und die Franzosen verwerten drei Chancen, wobei ein schöner Weitschuss die vielen Fans der Bleus erfreut. Das wars aber auch in punkto französischer Freude: Auch Goalie Abas Hassani brilliert, Efe trifft noch einmal, und man spürt, er hätte noch einiges in petto. Viel zu früh beendet der Schlusspfiff den österreichischen Triumphmarsch, der in unglaubliche Freudentänze, Wellen und einen riesigen Pokal mündet. So schön können Sieger aussehen, insbesondere wenn sie gemeinsam mit dem im unteren Cup ebenfalls erfolgreichen indischen Team feiern oder mit einem Rot-Weiß-Roten Banner vom kurzfristig angereistem Vater Armin Leiperts posieren.

Teamchef Gilbert Prilasnig zieht sichtlich erfreut Resümee: " Wir fahren glücklich nach Hause. Die Jungs haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch durchaus weiter vorne mitspielen hätten können. Sie haben gelernt, dass man Gegner nicht unterschätzen darf, Niederlagen wegzustecken und sie sind wirklich ein gutes harmonisches Team geworden. Wir haben in dreizehn Spielen nur zwei Niederlagen erlitten, das ist neben dem Gruppensieg und Pokal eine stolze Bilanz."

Hier geht es noch abends in Finale Mexiko:Ukraine und dann im nächsten Jahr geht es weiter (Update folgt). Dank ABAS HASSANI, KHALED RAHMATI, ARMIN LEIPERT, RAZEQ ZAMIRI, ALIREZA RAZAWI, PETER ZUSER, DAVUT KHAWARI und EFE AIGBANGBEE war es für Österreich ein ganz besonders schöner Homeless World Cup. Für die Spieler stehen jetzt primär Jobsuche oder überhaupt die Möglichkeit zu arbeiten, Therapien und Überwindung von Abhängigkeiten und die Integration in Österreich, die Sprache, die Familie und Freunde im Vordergrund. Aber parallel dazu wird der Fußballsport das erfolgreiche österreichische Team 2015 weiterbegleiten, in der Erinnerung an Amsterdam und den Pokal ebenso wie in der Zukunft im Alltag!

Nachhaltigkeit oder wie alles begann, haarige indonesische Statements und ein Pokal in Reichweite

Die Sonne scheint (endlich wieder) für besondere österreichische Fans: Wolfgang Lorenz und Manfred Gaulhofer, die im Rahmen von Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas die Geburt des Homeless World Cup möglich machten, fiebern am Freitag mit dem Team am Centercourt mit. Und beide sind ehrlich begeistert was sich aus dem Projektvorschlag, den damals der Grazer Harald Schmied (neben dem Schotten Mel Young Begründer des HWC) und der damalige Kulturstadtrat Helmut Strobl mit unglaublicher Passion, Überzeugungskraft und auch Sturheit verfolgten, über die Jahre international entwickelt hat. Nachhaltigkeit pur also, auch weil Gaulhofer seit mehreren Jahren als Hauptsponsor das Team in jeder Hinsicht unterstützt. Und das Team dankt es mit einer großartigen Leistung gegen die Dänen: Efe Aigbangbee schießt gleich zu Beginn drei schnelle Tore und nur weil die Österreicher nach dem 8:1 (ein herrlicher Weitschuss wieder von Efe) ein wenig zu freundlich spielen, endet das Match schließlich "nur" 9:5.

Wenn auch die Sonne die ohnehin großartige Stimmung hier noch verstärkt, wird man doch immer wieder an die Lebensrealitäten der "Stars" hier erinnert: seit Beginn etwa freuen wir uns an den coolen farbenfrohen Frisuren der Indonesier und dem Gesamtauftritt des sympathischen Teams. Heute erzählt uns ein Spieler, dass er und andere Teammitglieder HIV positiv sind und mit ihrem Auftritt hier ein Zeichen für einen positiven Umgang mit der Krankheit setzen wollen.

Aber zurück zum unglaublich aufregenden vorletzten Tag: Für das österreichische Team geht es in der letzten Partie des Tages um nicht weniger als den Einzug in das Finale um den Life Goals-Pokal. Fix im morgigen Finale sind die Franzosen nach einem knappen Sieg gegen Litauen. Deutlich spürbar ist ab der ersten Minute des Matches gegen die Engländer der große Biss unseres Teams ins Finale zu gelangen. Efe Aigbangbee wiederum bringt gemeinsam mit Davud Khawari die Österreicher in eine klare 3:0-Führung und vor der Pause scheitern die Engländer immer wieder an Torhüter Rahmati. Auf ein englisches Tor nach der Pause kontert Efe in Sekundenschnelle mit dem 5:1 und obwohl die Engländer zum 3:5 aufholen, sind sie auch in diesem zweiten Spiel letztlich chancenlos. Somit Riesenfreude beim Team, den Fans und Sponsoren vor dem morgigen Life Goals-Finale: Frankreich gegen Österreich!

Die Bilder der Flüchtlingskrise, strenge Regeln und ein respektvoller Gruppensieger

Das Theater am Leidseplan fragt mit einem riesigen Transparent auf holländisch was für die Flüchtlinge getan wird, und auf allen Sendern inklusive BBC und CCN werden heute die furchtbaren Bilder an der serbischen Grenze immer wieder gezeigt. Das österreichische Team hat das Thema bereits am Beginn des Turnieres (und immer wieder in dessen Verlauf) mit seinem großen Banner, das es von der ÖFB-Nationalmannschaft erhalten hat, vor Ort ganz stark positioniert. Aber wenn die internationalen Medien hier die sechs Teamspieler, die selbst nach Österreich als Flüchtlinge gekommen sind, interviewen wollen, werden die Fragen nur knappest bis gar nicht beantwortet. Thomas Jäger, Teammanager und selbst einst im Caritasflüchtlingsbereich tätig, meint, dass viele Flüchtlinge so reagieren, dass das Reden über das Erlebte und Erlittene einfach sehr schwer für viele ist - auch nach längerer Zeit.

Die Rolle der Presse ist hier zu Recht streng geregelt: Interviews mit Spielerinnen und Spielern werden meist erst nach Rücksprache mit den Betreuern zugelassen, der Eintritt in den Spielerbereich ist für die Medien ebenso nicht möglich wie die Präsenz im Mannschaftsquartier außerhalb der Stadt. Und es ist gut so, das Medieninteresse am Turnier all die Tage sehr groß und sehr international.

Zum Abschied von Trainer Klaus Fuchs (am Wochenende ruft wieder sein burgenländischer Verein) "beeindruckt die Mannschaft mit einer geschlossenen und respektvollen Leistung" (O-Ton Fuchs). Die deutlich schwächeren Gegner werden nicht deklassiert, sondern das Spiel so gestaltet dass Spannung aufkommt. Bis zum 6:4 gegen Kambodscha können auch die gegnerischen Spieler ihre Laufstärke und Wenigkeit vorführen und beim nachfolgenden Match gegen Schweden führt Österreich zur Pause relativ knapp mit 4:3. Im Gegensatz zu den österreichischen scheuen die schwedischen Fans den Regen nicht, aber zumindest die indischen Kollegen feuern Efe, Alireza und Davud, die besonders schön verwerten, an. Zum Schluss darf der 41-jährige "Papa" der Truppe Peter Zuser (so haben ihn die jungen Spieler getauft), wie auch gestern das 9:3 fixieren. Damit ist Österreich Gruppensieger - mehr als verdient, wie nicht nur Trainer und Teamchef meinen - und spielt ab morgen im KO-System um den Pokal der Plätze 25-32!

Starke Frauen, Freundschaften und keine leichte Kost vor vollem Haus

Seit 2008 in Melbourne nehmen auch Frauen am Homeless Word Cup teil und hier in Amsterdam sind bereits 16 weibliche Teams dabei. Die Geschichten der weiblichen Fußballerinnen sind nicht weniger hart als die ihrer männlicher Kollegen: die 19-jährige Spielerin aus Wales, die mit 12 die Schule schmiss und auf der Straße landete und die Zeit hier besonders genießt, weil sie zuhause wieder obdachlos sein wird; junge Ägypterinnen, die alle zusammen in einem Shelter leben und die Einzelschicksale des amerikanischen Teams, die allesamt in ihrer Härte die anderen Frauen besonders berühren. Klarerweise entstehen im Rahmen des Turniers auch Freundschaften: Die Amerikanerinnen werden aufgrund ihrer Spielweise und Offenheit innerhalb der weiblichen Teams geschätzt, bei den Herren haben die Südafrikaner und Brasilianer auch als Gegner am Feld und überhaupt enormen Spaß und Österreich knüpft im Mannschaftsquartier  insbesondere mit den jungen Indern Kontakt. Der gestrige freie Nachmittag hat dem Team von Gilbert Prilasnig und Klaus Fuchs konditionell gutgetan - entspannt und selbstbewusst geht es in die Spiele gegen Kanada und Frankreich. Kanada ist zwar altersmäßig deutlich "überlegen", aber die Herren haben keine Chance gegen die Österreicher, die es nach einem lustvollen und sehr fairen Spiel bei einem 7:2 belassen. Vor vollem Haus gilt es dann am Centercourt mit den Franzosen im letzten Spiel des Tages eine härtere Nuss zu knacken. Auch wenn Razeq Zamiri, Alireza Razawi und Efe Aigbangbee (das schnellste Tor des heutigen Tages laut Kommentator) mit wirklich schönen Toren dem Publikum ein tolles Spiel bieten, bleibt es bis zum Schluss extrem spannend: Nachdem die Franzosen schon vor der Pause einen Vorsprung von 3:0 aufholen können, gelingt es ihnen nach der Pause mit einem glücklichen Treffer zum 6:5 aufzuschließen. Mehrmals scheitern sie aber am hervorragend reagierenden neunzehnjährigen Torhüter Abas Hassani. Und der Kärntner Peter Zuser, der am Beginn des heutigen Tages vollmundig verkündet hat : "Die Kanadier verspeisen wir zur Vorspeise, die Franzosen als Hauptgericht" darf dann auch den Siegestreffer zum 7:5 erzielen. Eine leichte Kost aber waren "les bleus" nicht.

Unglaubliche Stimmung, starke Gegner und Regenwolken!

Foto honorarfrei, credit: Caritas/KHS

Südafrika singt gegen die Kälte, der Trainereffekt und eine verdiente Grachtenfahrt

Da die Griechen das kleine Wunder zumindest unentschieden gegen die starken Peruaner zu spielen, leider nicht vollbrachten, spielt Österreich nun in der zweiten Zwischenrunde um die Plätze 25 und 48. Zu Turniermitte zeigt sich das ansonsten sehr Homeless-Weltcup-affine Amsterdam (die Präsenz im Stadtbild mit Plakaten und Rolling Boards ist extrem gut) wettermäßig äußerst ungastlich: Regenschauer, Wind und eine ordentliche Kälte bestimmen den Dienstag - die Teams nehmen es sportlich, besonders sympathisch die gegen die Kälte ansingenden Südafrikaner. Teamchef Gilbert Prilasnig und die österreichische Mannschaft bekommen heute Verstärkung vor Ort durch Trainer Klaus Fuchs, der seine "Zweitmannschaft" im Burgenland betreuen musste. Und da zeigt sich dann klar der Trainereffekt: Gegen die durch eine volle Fantribüne gestärkten Belgier setzt sich das Team klar durch! Das Zusammenspiel klappt, der Laufeinsatz passt, Chancen werden konsequent verwertet und dass es am Ende nicht mehr als 6:1 steht, ist wohl auch Fairnesszeichen gegenüber die Belgier. Armin Leipert ist der Torschützenkönig des heutigen kurzen Tages, der verdienterweise erstmalig mit etwas Erholung=Sightseeing in Form einer Grachtenfahrt um 15 Uhr endet.



Sonnenschein und eine begeisterte Stimmung auf den insgesamt neun Tribünen, die knapp an diejenige beim ersten europäischen Homeless World Cup in Graz 2003 herankommt, begleitete den Beginn des zweiten Tages des Wettbewerbs. Besonders schön: eine österreichische Fangemeinde feuert das Team von Gilbert Prilasnig lautstark an - und bekommt im Gegenzug einen unglaublich spannenden, schnellen und auch harten Kampf mit den Polen als Einstieg geboten. Trotz großartigen Einsatzes - allen voran die Torschützen Razeq Zamiri, Efe Aigbangbee,  Alireza Razawi und Armin Leipert - und gut abgestimmten Spiels zwischen den Teammitgliedern scheitern sie knapp an der etwas größeren Nervenstärke der Polen, die nach einem Endstand von 4:4 das Penaltyschießen für sich entscheiden können. Etwas glücklos (auch im Spiel konnten zwei Strafstöße nicht verwertet werden) nehmen die Österreicher immerhin einen Punkt mit!

Am Nachmittag ziehen die Wolken auf und unter keinem guten Stern steht dann auch das Spiel gegen das Team aus Simbabwe, das gerade Peru knapp schlagen konnte. Besonders die österreichische Abwehr schwächelt gegen die wendigeren Afrikaner, wobei Goalie Abas Hassani mindestens zwei Treffer bravourös verhindert. Und auch wenn beinahe jedes Teammitglied ein Tor schießen konnte, erringt Simbabwe mit 9:7 schlussendlich einen verdienten Sieg.

Für die Schlussrunde der Qualifikationsphase liegt Österreich derzeit in guter Ausgangsbasis an 3. Gruppenstelle. Die es dann morgen gegen England und Peru zu halten gilt. Aber der Teamgeist stimmt und Motivation und Begeisterung der Truppe sind deutlich spürbar groß, also gute Voraussetzungen!

Königliche Penalties, "Botschafter" Colin Farell und ein klares Statement des österreichischen Teams: Der 13. Homeless World Cup in Amsterdam hat begonnen!

Prominenter geht es wohl kaum: inmitten der weltberühmten Amsterdamer Museumslandschaft findet heuer die soziale Straßenfußballweltmeisterschaft statt und prominent wird sie nach einer Parade der 49 teilnehmenden Nationen auch eröffnet. Der niederländische König Willem-Alexander darf neben dem Bürgermeister der Stadt und dem Direktor der Heilsarmee, die hier als Träger des lokalen Teams fungiert, mit zwei Penalities (wovon er einen vergeigt) das Turnier eröffnen. Und er darf auch in diesem Jahr erstmals Israel; Grenada und Ägypten (mit einer Damenmannschaft) als jüngste Mitglieder begrüßen! Ein weiterer prominenter "Botschafter" des HWC, der irische Schauspieler Colin Farell, wurde unter den vielen begeisterten BesucherInnen gesichtet, die lautstark die Teams auf drei Plätzen anfeuern.

Ein ganz besonderes Zeichen setzt das österreichische Team gemeinsam mit dem griechischen bei seinem Auftaktspiel der Qualifikationsrunde - das Banner "Respect Refugees", das die ÖFB -Elf bei ihrem Spiel gegen Moldawien präsentierte, wurde den HWC-Kickern mit nach Amsterdam gegeben und hier unter viel Applaus bei Spielantritt ausgerollt. Dann ging es schon Schlag auf Schlag: Razeq Zamiri erzielte das 1:0, Armin Leipert den zweiten und Efe Aigbangbee den dritten Treffer. Nach diesem Kraftakt nützten die Griechen kleine Unkonzentriertheiten und schlossen vor der Pause zum 2:3 auf. Aber neuerlich Efe Augbangbee und Armin Leipert mit einem verwandelten Penalty - im Gegensatz zu den unglücklicheren Griechen denen dies als Chance zum Anschlusstreffer nicht gelang - fixierten gemeinsam mit Alireza Razawi den klaren Sieg des Teams von Coach Gilbert Prilasnig. Und so geht es morgen gestärkt in einen auch ob der Wettervorsorge nicht ganz leichten Tag - gegen Polen, die gegen Peru siegreich waren, und Zimbabwe.

Magª Katharina Hofmann-Sewera
Caritas Diözese Graz-Seckau
Kommunikation & Unternehmenskooperationen
Teamleitung Fundraising
Grabenstraße 39,  8011 Graz
E-Mail: k.hofmann-sewera@caritas-steiermark.at
Telefon: +43 316 80 15-250
Fax: +43 316 80 15-480
Mobil: +43 676 880 15 250
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Homeless World Cup 2014 - Chile

Homeless World Cup: Chile holt die Titel bei den Damen und den Herren

Österreich besiegt am letzten Spieltag Argentinien mit 7:1 und beendet damit den Homeless World Cup auf Rang 23.

Santiago de Chile. Österreich hat sich mit Anstand vom XII. Homeless World Cup in Santiago de Chile verabschiedet. Am letzten Spieltag konnte mit einem klaren 7:1-Erfolg gegen Argentinien noch ein versöhnlicher Schlussstrich unter eine Weltmeisterschaft gesetzt werden, die aus österreichischer Sicht von einem ständigen Auf und Ab geprägt war: Niederlage gegen Rumänien, Siege gegen Dänemark, Indien und Peru, Niederlagen gegen Ungarn, Namibia und Chile, Sieg gegen Griechenland, Niederlagen gegen Bulgarien, Ghana und Schottland, Sieg gegen Argentinien. Zwölf Spiele - sieben Niederlagen, fünf Siege, Fazit: Rang 23 unter 42 Teams im Schlussklassement. So liest sich die Bilanz des rot-weiß-roten Teams bei seinem zwölften Antreten bei der sozialen Straßenfußball-WM. Als Überraschung belohnten Teamchef Gilbert Prilasnig und Coach Klaus Fuchs die Spieler mit einem Kurzbesuch am Meer.  

Den Titel bei den Damen wie auch bei den Herren holten sich die Teams aus Chile. Die Damen setzten sich gegen Mexiko in einem packenden Finale mit 4:3 durch. Eindeutiger zugunsten Chiles verlief das Endspiel bei den Herren. "La Roja" ließ dem Sensationsteam aus Bosnien & Herzegowina keine Chance und siegte klar mit 5:2. Im Halbfinale hatten die Chilenen in einem an Dramatik kaum mehr zu überbietenden Spiel mit 8:7 gegen Brasilien die Oberhand behalten und damit den regierenden Weltmeister im sozialen Straßenfußball entthront.

Fazit: Zehntausende Zuschauer am Plaza De La Ciudadania im Herzen Santiagos sahen an acht Spieltagen packende Zweikämpfe, ungebremste Emotionen und Werbung für ein Turnierformat, das von Graz als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2003 seinen Ausgang genommen hatte. Seit damals reist der Homeless World Cup als "never ending road show" durch die ganze Welt - er wird jedes Jahr in einer anderen Stadt mit neuen Spielern ausgetragen.

Das Ziel lautet "A goal in life"

Das Ziel ist klar: "A goal in life" zu finden, das wollen alle Spieler und Spielerinnen. Viele von ihnen haben bis dahin in ihrem Leben nur Niederlagen kennen gelernt. Sie kommen aus den Favelas und Shanky Towns des Südens oder fristen als wohnungslose junge Menschen ein Schattendasein am Rand der Gesellschaft in den Städten des Nordens und Westens. Nicht wenige von ihnen haben Drogen- oder Alkoholabhängigkeiten hinter sich, manche auch Gefängnisaufenthalte. Zahlreiche suchen als Flüchtlinge in ihren neuen Heimtaländern den Anschluss an ein normales Leben. Die einmalige Reise zu diesem globalen Fest des Fußball und der sozialen Integration offenbart den Spielern und Spielerinnen eine neue Sicht auf das Leben. Hautnah dürfen sie erfahren, dass das Leben auch für sie mehr bereit hält als ein Dauerabonnement auf Niederlagen und Rückschläge. So werden einsame Wölfe durch die Teilnahme am Homeless World Cup zu Team Playern.

Der nächste Austragungsort des Homeless World Cup steht bereits fest. Im Sommer 2015 wird die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft in Amsterdam gespielt.

Videos, Fotos und alle Resultate finden Sie auch unter: www.homelessworldcup.org

Homeless World Cup: Österreich fährt in Chile Achterbahn

Österreich besiegt am letzten Spieltag der Zwischenrunde Griechenland mit 6:1 - ein paar Stunden später unterliegt das Team Bulgarien mit 4:1 - damit spielt Österreich die Finalrunde im C-Bewerb

Santiago de Chile. Der Tag begann wie immer mit einer Spielerbesprechung. Gilbert Prilasnig gab noch taktische Anweisungen und erklärte, dass man nur gemeinsam als Team genügend Kraft habe, um seine Ziele zu erreichen. Die Tore gegen Chile z.B. wären so perfekt herausgespielt gewesen, dass sie von nun an beispielgebend sein sollten. Die Griechen sind ein unglaublich nettes Volk. Schon bei der Begrüßung am Feld umarmten sich die beiden Teams, die sich im Laufe der Turnierwoche gut miteinander angefreundet hatten, herzlich. Schon nach wenigen Augenblicken fiel trotzdem das erste Tor für Österreich durch Mohammad Alizadah. Mohammad ließ sich Zeit, spielte den Ball so lange im Dreieck hin und her, bis der Schuss auf das Tor möglich war und er wunderbar über den Tormann zum 0:1 ins Tor treffen konnte. Die Griechen wurden aber danach schneller und gefährlicher. Es war ab jetzt mühsamer, an ihnen vorbeizukommen, aber Nawid Nazari fand eine Lücke, überspielte noch einen Gegenspieler und schoss die Kugel ins Netz zum 0:2. Wieder drückte Griechenland. Das österreichischen Team konnte von Glück sprechen, dass die Griechen in dieser Phase offenbar nicht genug an sich glaubten. So war es wieder Nawid Nazari, der den nächsten Treffer zum 0:3 erzielte.  Unmittelbar danach schlugen die Griechen mit ihrem ersten Treffer zurück. Ehrentor - Halbzeitstand 3:1.

Bildtext: Homeless World Cup - Österreich unterliegt Bulgarien und spielt die Finalrunde im B-Bewerb. Im Bild: Mohamed Omar und Abdul Rasuli.

Nach der Pause erzielte Österreich relativ locker drei weitere Tore. Das erste Tor war das Resultat von gutem Stellungsspiel. Der Torschütze zum 1:4 war Mohamed Omar. Die meisten Tore in dieser Begegnung gingen aber auf die Kappe von Nawid Nazari. Sein drittes Tor gelang ihm in der 12. Minute von der linken Seite mit einem ansatzlosen Schuss in die rechte untere Ecke des Tores. Sein letztes und viertes Tor erzielte er dann noch 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff zum Endstand von 1:6. Bravo Österreich!! Nach dem Spiel bedankten sich die Freunde aus Griechenland und beide Teams sangen und tanzten auf dem Spielfeld. Teamchef Gilbert Prilasnig meinte: "Im nächsten Spiel müssen wir verteidigen wie im Match gegen Chile. Nur so haben wir eine Chance zu gewinnen." 

Österreich unterliegt körperlich starken Bulgaren

Die Rot-Weiß-Roten waren zu nervös, um dieses Spiel zu gewinnen. Beide Mannschaften kämpften mit größtem Einsatz um diese drei Punkte. Es ging um die Qualifikation für den B-Bewerb.

Unglaublich schnell und hart wurde dieses Match gespielt. Die Gegner setzten ihre Körper hemmungslos ein. Die Jungs aus Österreich konnten dem nichts entgegenhalten. Trotzdem gelang dem Team der erste Treffer dieses Spiels zum 0:1 durch Mohammad Alizadah. Das war es aber auch schon. Alle weiteren Tore schossen nur noch die Bulgaren. Das rot-weiß-rote Team machte es ihnen so schwer wie möglich, die Spieler kämpften aufopfernd. Zur Halbzeit stand es 2:1. Verteidigen, verteidigen, verteidigen war die Devise nach der Pause. Doch die Bulgaren setzten die Akzente, dominierten die Partie.  Österreichs Spieler liefen nur noch hinterher. Zweimal musste Tormann Yunis Wahdat noch hinter sich greifen, dann ertönte der Schlusspfiff. Endstand: 4:1 - Österreich war am Ende völlig fertig und ausgelaugt - die bisherigen neun Spiele in sechs Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Für die Spieler und die Betreuer war danach " Wunden Lecken" angesagt, noch einmal mussten Teamchef Gilbert Prilasnig und Coach Klaus Fuchs die Spieler aufrichten, am Abend wurde zu diesem Zwecke eine außerordentliche Spielbesprechung angesetzt.

Der erste Gegner in der Finalrunde im Achtelfinale im C-Bewerb für Österreich heute heißt Ghana.

Videos, Fotos und alle Resultate finden Sie auch unter: www.homelessworldcup.org

Carmen Paugger/Santiago de Chile

Fotocredit: Paugger, honorarfrei,

Homeless World Cup: Österreich unterliegt Chile und Namibia

Damit ist der Aufstieg unter die Top 8 nicht mehr möglich. Heute braucht Österreich gegen Griechenland und Bulgarien zwei Siege, um den B-Bewerb noch zu erreichen.

Santiago de Chile. Der Homeless World Cup ist ein Turnier, bei dem alle Teams bis zum Schluss im Bewerb bleiben. Das Knock-Out-Prinzip, wie es sonst in der Gesellschaft oft angewandt wird, ist hier fehl am Platz. Dennoch geht es um Leistung. Nur die besten acht Teams spielen am Ende um den Homeless World Cup, die nächstbesten um den B-Bewerb, C-Bewerb, D-Bewerb, E-Bewerb und F-Bewerb. Österreich verlor gestern gegen Namibia 8:5 und gegen Chile mit 8:2 - damit braucht das Team von Gilbert Prilasnig und Klaus Fuchs heute zwei Siege gegen Griechenland und Bulgarien, um sich noch für den B-Bewerb zu qualifizieren. Der Traum vom Weltmeistertitel ist somit ausgeträumt, nun gilt es, die Niederlagen zu verdauen und noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Aber genau diese Erfahrungen in einem Team zu machen, zu gewinnen und zu verlieren, das ist das zugrunde liegende pädagogische Konzept des Turniers. Auch wenn alle Spieler nichts sehnlicher wollen, als zu gewinnen, am Ende wiegt für sie die Erfahrung, die sie gemacht haben, mehr als der sportliche Erfolg. Schon am Tag, nach dem sie aus dem Flugzeug steigen, beginnt für alle wieder der Alltag, mit dem Ziel konkrete Schritte für ein weiteres Vorwärtskommen im Leben zu setzen.

Namibia war am Ende zu stark

Das Spiel gegen Namibia begann mit einem Eigentor von Mohamed Omar. Doch die Österreicher dachten nicht lange über diesen Fehler nach, Mohammad Alizadah besorgte den Ausgleich. Die Rot-Weiß-Roten boten den Zuschauern zu diesem Zeitpunkt noch ein überaus attraktives Spiel. Der Ball zirkulierte in der eigenen Mannschaft. Trotz der Mühe fielen die nächsten beiden Tore für Namibia. Kurz vor der Pause zeigte auch Hafiz Haidari noch einmal sein Können und erzielt mit einem wunderschönen Tor den Anschlusstreffer - 2:3. In der zweiten Halbzeit warf die Mannschaft noch einmal alles nach vorne. Prompt gelingt Mohamed Omar der Ausgleich zum 3:3! Danach ging es hin und her: 4:3 für Namibia, Ausgleich zum 4:4 durch Philipp Fischer. Doch es blieb keine Zeit für Trommelwirbel, denn der Gegentreffer folgte sogleich. Danach kam Österreich nicht mehr zurück. Der Faden der "Austriacos" war gerissen. Sie hatten an diesem Tag in den quirligen, trickreichen Afrikanern ihre Meister gefunden. Es folgten sechs weitere Tore von Namibia, ehe Nawid Nazari beim Stand von 4:10 noch ein sensationeller Treffer glückte. Mit 5:10 wurde das Spiel abgepfiffen. Coach Klaus Fuchs richtete nach dem Spiel den Blick schon nach vorne, auf den nächsten Gegner, die Hausherren und Titelfavoriten aus Chile: "Im nächsten Spiel - gegen Chile - können wir nur gewinnen, denn alle glauben nur an die Chilenen, leider auch wir. Chile feiert jetzt schon!" Etwas distanzierter fiel der Kommentar vom Teamchef Gilbert Prilasnig aus: "Wir haben zu hoch verloren. Das Spiel war ausgeglichen bis zum 4:4. Die Spieler haben wunderschöne Tore geschossen und Situationen herrlich ausgespielt. Manche haben aber leider in der entscheidenden Phase auf die Verteidigung vergessen und so kam es am Ende zu den vielen Toren für Namibia."

Wer hat Angst vor La Roja?

La Roja - unter diesem Namen kennt man das chilenische Fußball-Nationalteam und unter begeisterten "La Roja-Sprechchören" der Zuschauer und Zuschauerinnen tritt das chilenische Team auch hier beim Homeless World Cup in Santiago de Chile an. Österreich spielte somit an diesem Tag gegen den südamerikanischen Titelfavoriten, gegen die Zuschauer und gegen die eigene Angst, hier nicht bestehen zu können. Das Stadion bebte vor der Vorfreude der heißblütigen Fans auf das Spiel. Österreich begann mit der Startaufstellung Yunis Wahdat, Philipp Fischer, Abdul Rasuli und  Mohammad Alizadah. Die Mannschaft von Chile lief mit einer solchen Power und sichtbarem Selbstvertrauen auf den Kunstrasen, dass unseren Spielern der Atem stockte. Sehr bald stand es 4:0 für Chile. Doch aufzugeben stand dem rot-weiß-roten Team zu keinem Zeitpunkt im Sinn. Durchbeißen hieß es, sich keine Blöße zu geben lautet die Devise. Einmal zeigte der schnellbeinige Nawid Nazari keinen Respekt, gewann zwei Zweikämpfe hintereinander, überspielte zwei Gegenspieler und donnert das Leder mit einer Wucht ins Tor, dass auch den Zuschauern und Zuschauerinnen auf den Rängen der Atem stockte. Schade nur, dass Yunis Wahdat postwendend den Ball ebenfalls wieder hinter sich aus dem Tor holen musste.  Pausenstand: 5:1 für Chile.

Österreich kämpfte wacker weiter. Trotz des Einsatzes unseres Teams gelangen den Chilenen die nächsten beiden Tore - 7:1. Plötzlich nützte Hafiz Haidari einen Augenblick der Unachtsamkeit eines Gegenspielers. Der chilenische Torhüter rollte den Ball einem Mitspieler entgegen, der bemerkte das aber zu spät, Hafiz lief dazwischen und knallte das Leder zum 7:2 neben dem Tormann vorbei ins Netz. Kann noch eine Ergebnisverbesserung gelingen? Nach einem Gerangel von drei Spielern entschied der Referee auf einen Penalty für Österreich. Hafiz Haidari lief zum Punkt und wollte unbedingt schießen. Er zielte, lief, zielte wieder ... vorbei! Aber es ging weiter. Die Coolness des Gegners am Ende war augenscheinlich … noch ein Tor zum 8:2, dann der Schlusspfiff. Chile hat in diesem Turnier noch kein Match verloren. So blieb es auch nach dem Spiel gegen Österreich.

P.S.: Soeben kommt eine aktuelle Meldung aus Chile herein: Österreich hat das erste Spiel heute gegen Griechenland mit 6:1 gewonnen - ein ausführlicher Spielbericht folgt im morgigen Newsletter.

Videos, Fotos und alle Resultate finden Sie auch unter: www.homelessworldcup.org

Carmen Paugger/Santiago de Chile

Fotocredit: Paugger, honorarfrei,

Homeless World Cup Zwischenrunde: Österreich - Ungarn 2:3

Der Auftakt für Österreich in der Zwischenrunde ging daneben. Heute geht es gegen Namibia (18 Uhr MEZ) und Chile (20 Uhr MEZ) weiter.

Santiago de Chile. Österreich war zu nervös!  Vor dem Anpfiff hatten Teamchef Gilbert Prilasnig und Trainer Klaus Fuchs das Team noch darauf eingeschworen, dass in dieser Auseinandersetzung besonderes Augenmerk auf die Offensive gelegt werden müsse, dass die sich bietenden Chancen genützt werden müssen. Doch die Ungarn ließen Rot-Weiß-Rot keine Zeit, um ihr Spiel zu entwickeln. Sie legten sofort voll los. Tormann Michael Hermann hielt in der Anfangsphase des Spiels einige vermeintlich unhaltbare Bälle und verhinderte so einen klaren Rückstand. Doch nach drei Minuten passierte es - 1:0 für Ungarn. Endlich wachten Haidari und Co auf und gaben nun wirklich alles. Mohamed Omar jagt über das Feld, überspielte zwei Gegner und donnerte den Ball zum 1:1 in die linke untere Ecke des Tores. Die Ungarn begannen zu schwitzen - Angstschweiß? Froh über den Pausenpfiff gingen die Spieler beider Teams für eine Trinkpause vom Kunstrasen. Nach dem Wechsel folgte ein offener Schlagabtausch. Zahlreiche Chance wurde von beiden Seiten herausgespielt, Stangenschüsse erhitzten die Gemüter der lautstarken Fans. Der aggressive Einsatz aller Spieler hinterließ Spuren an Beinen und Armen. Ungarn blieb gefährlicher, zog auf 3:1 davon. Österreich gab nicht auf. Mohamed Omar bewies, wie alle anderen, seine Kampfbereitschaft. Er probierte einen wunderbarer Fallrückzieher, der das Tor ... verfehlte. Eine traumhafte Kombination, gespielt von Mohammad Alizadah und Mohamed Omar, eröffnete Österreich jedoch bald darauf erneut eine Torchance, die Mohamed Omar nützen konnte. Bei einem Stand von 2:3 versuchen die Österreicher noch einmal alles nach vorne zu werfen, um den verdienten Ausgleich zu erzielen, doch dieser wollte an diesem Tag in der Hitze von Santiago de Chile nicht mehr gelingen.

Fotocredit: Paugger, honorarfrei, Bildtext: Österreich unterliegt Ungarn beim Homeless World Cup in der Zwischenrunde mit 2:3. Im Bild (v.l.n.r.): Mohamed Omar, Hafiz Haidari, Michael Hermann

Heute geht es gegen Namibia und Chile weiter

Die österreichischen Spieler ließen nach dem Schlusspfiff deprimiert die Köpfe hängen. Teamchef Gilbert Prilasnig und Coach Klaus Fuchs waren am Nachmittag bei einer Sightseeing-Tour durch Santiago gefordert, um sie wieder aufzurichten und auf die kommenden Aufgaben einzustellen. Denn bereits heute warten um 18 Uhr MEZ mit Namibia und um 20 Uhr MEZ mit Chile zwei weitere ganz starke Gegner. Namibia konnte im ersten Zwischenrundenspiel Griechenland mit 7:4 bezwingen und die Hausherren aus Chile schossen vor einem begeisterten Publikum Bulgarien mit 9:1 aus dem Stadion. Beide heutigen Spiele der Österreicher finden auf dem Center Court statt und werden daher auf www.homelessworldcup.org live übertragen.

Carmen Paugger/Santiago de Chile

 

Homeless World Cup in Chile: Österreich besiegt Peru und steigt auf

Ein hauchdünnes 2:1 gegen die Südamerikaner reicht zum Aufstieg unter die besten 24 Teams der Welt. Heute Mittwoch (16 MEZ) wartet bereits Ungarn in der Zwischenrunde.

Santiago de Chile. Es war ein Showdown für beide Teams - die Ausgangsposition war so klar wie der Himmel an diesem heißen Tag (33 Grad im Schatten) am Plaza de la Ciudadania in Santiago de Chile. Österreich musste gegen die körperlich starken Peruaner gewinnen, um den Aufstieg unter die besten 24 Teams  der Welt beim XII. Homeless World Cup aus eigener Kraft fixieren zu können. Die Übung gelang, Österreich siegte hauchdünn mit 2:1 und stieg damit als Gruppenzweiter mit neun Punkten hinter den unbesiegten Rumänen auf. Ein Trost für Peru - die Südamerikaner rutschten am Ende als Dritter in der Gruppe trotzdem noch unter die Top 24, weil Dänemark am gestrigen dritten Spieltag zweimal verlor. Damit hat das Team von Gilbert Prilasnig und Klaus Fuchs das Minimalziel bei der sozialen Straßenfußball-WM erreicht. Bereits heute (16 MEZ) geht es in der Zwischenrunde mit dem Spiel gegen Ungarn weiter.

Doppelpack von Abdul Rasuli

Es war ein sensationelles Spiel, das die Österreicher gegen die körperlich überlegenen Peruaner ablieferten. Gilbert Prilasnig und Klaus Fuchs ließen wieder alle Spieler zum Einsatz kommen und jeder einzelne bedankte sich mit vollem Einsatz und Elan. Dennoch konnte man Hafiz Haidari, Abdul Rasuli, Philipp Fischer und Co die Anspannung vor allem zu Beginn recht deutlich anmerken. In dieser Situation wirkte der Führungstreffer durch Abdul Rasuli befreiend, doch das Spiel war noch zu kurz in Gang, um sich auf diesem Zwischenerfolg ausruhen zu können. Unbeirrt kämpften die Österreicher weiter. Der Gegner erhöhte den Druck, kurz vor der Pause gelang den Peruanern auch der verdiente Ausgleich. Wer würde sich als stärker erweisen? Es war wieder Abdul Rasuli, der die Nerven bewahrte und den Ball mit einem wuchtigen Schuss durch die Beine des peruanischen Torhüters in die Maschen knallte. Unbeschreiblicher Jubel beim österreichischen Team und auch auf den Rängen - die Österreicher konnten an den bisherigen drei Spieltagen beim Publikum schon einige Sympathien erwerben. Nun hieß es, den hauchdünnen Vorsprung über die Distanz zu retten. Die Minuten verstrichen, Österreich stand sicher in der Verteidigung und ließ keinen weiteren Treffer mehr zu. Schlusspfiff, aus, vorbei - Jubel, Freude, Erleichterung.

So richtig Zeit zum Ausruhen bleibt dem Team von Gilbert Prilasnig und Klaus Fuchs jedoch nicht -denn bereits heute geht es in der Zwischenrunde weiter. Als Gegner bekommen es die Österreicher mit den starken Ungarn zu tun, die sich als Gruppenerster für die Zwischenrunde qualifiziert hatten. Das Spiel am Plaza de la Ciudadania wird im Internet auf www.homelessworldcup.org mittels Live-Ticker übertragen. Pikant: die Österreicher hatten sich mit ihrem heutigen Gegner Ungarn im Rahmen eines gemeinsamen Trainingslagers Anfang Oktober im burgenländischen Bad Lutzmannsburg auf ihren WM-Einsatz vorbereitet. Die weiteren Gegner der Österreicher in der Zwischenrunde heißen Chile, Bulgarien, Namibia und Griechenland. Die besten zwei Teams der Sechsergruppe steigen ins Viertelfinale des Homeless World Cup auf.

Carmen Paugger/Santiago de Chile

Österreich beim Homeless World Cup in Santiago de Chile auf Aufstiegskurs - zwei Siege und eine Niederlage zum Auftakt

Nach einer 5:3-Auftaktniederlage gegen Rumänien zeigte Österreich am zweiten Spieltag beim Homeless World Cup erstmals sein Potential - 7:5 gegen Dänemark und 7:2 gegen Indien

Der XII. Homeless World Cup hat begonnen. Von 19. bis 26. Oktober ermitteln am Plaza Ciudadania im Herzen von Santiago de Chile 42 Herren- und 12 Damenteams die neuen Weltmeister und Weltmeisterinnen im sozialen Straßenfußball. Und Österreich ist gut in das Turnier gestartet. Zwar hatten die Prilasnig-Schützlinge im Auftaktspiel gegen Rumänien am ersten Tag mit 5:3 noch den Kürzeren gezogen (Torschützen für Österreich: Philipp Fischer, Mohammad Alizadah, Hafiz Haidari). Doch am zweiten Tag trumpfte Rot-Weiß-Rot mit einem 7:5-Erfolg gegen Dänemark so richtig auf, feierte nach einem hochdramatischen Spiel den ersten Sieg und bahnte sich damit den Weg zurück in den Kampf um den Aufstieg! Teamchef Gilbert Prilasnig und Coach Klaus Fuchs schenkten gegen Dänemark folgenden Spielern in der Startaufstellung das Vertrauen: Michael Fischer; Hafiz Haidari, Abdul Rasuli und Philipp Fischer. Bereits in der zweiten Minute (Spielzeit im Streetsoccer: 2 x 7 Minuten) konnte eine wunderschöne Kombination von Abdul Rasuli zum 1:0 für Österreich abgeschlossen werden. Dänemark ließ sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen und  konterte gleich darauf mit dem 1:1 . Nun begann ein regelrechter Schlagabtausch: Mohamed Omar verhalf Rot-Weiß-Rot durch einen gewaltigen Schuss ins linke Kreuzeck zum 2:1. Die Dänen antworteten schon mit dem nächsten Konter und stellten auf 2:2, aber wieder war es Mohamed Omar, der einen Moment der Unkonzentriertheit des Gegners ausnützte und den Ball zum 3:2 für Österreich in die Maschen knallte. Hafiz Haidari wollte darauf seinem Mitspieler um Nichts nachstehen und nützte eine Chance eiskalt zum 4:2. In einem harten Zweikampf war bald darauf Abdul Rasuli nur noch durch ein Foul zu stoppen - "Penalty for Austria". Das 5:2 wurde vom Gefoulten selbst erzielt, wodurch eine alte Fußballer-Weisheit außer Kraft gesetzt werden konnte. Die Dänen verkürzten nochmals auf 5:3. Doch Österreich blieb dran, steckte nicht zurück - im Gegenteil. Ein sensationelles Tor von Nawid Nazari brachte das 6:3. Die Vorentscheidung? Zwei Tore in kurzem Abstand ließen die Dänen noch einmal bis auf 6:5 herankommen. Das Spiel stand auf Messers Schneide. In der beinahe letzten Sekunde gelang wiederum Abdul Rasuli der Siegestreffer für Österreich. Endstand 7:5!

Torreigen gegen Indien

Im zweiten Spiel des Tages traf Österreich auf Indien. Abdul Rasuli eröffnet bereits in der zweiten Minute einen rot-weiß-roten Torregen. Der Kärntner Philipp Fischer erhöhte auf 2:0, bald darauf scorte Mohamed Omar zum 3:0. Indien verkürzte daraufhin zum 3:1 und schöpfte nochmals kurz Hoffnung. Doch Österreich hatte noch nicht genug. Nawid Nazari versenkte mit dem Pausenpfiff den Ball zum 4:1 im Tor. Auch die nächsten beiden Treffer gingen wieder auf Nazaris Konto.  In der neunten Minute erschreckt er die Inder regelrecht mit seiner Schnelligkeit: 5:1! Einer sensationell ausgespielten Kombination folget das 6:1. Das bereits leicht gebrochen wirkende Team der Inder musste daraufhin noch einen Treffer von Mohamed Omar hinnehmen, scorte aber auch selbst noch einmal. Endstand 7:2 für Österreich!

Das Team von Gilbert Prilasnig ist damit in der Vorrunde auf Aufstiegs-Kurs unter die besten 24 Teams der Welt. Am dritten Spieltag heißt der Gegner Peru. Um aufzusteigen muss Österreich zumindest Dritter in der Fünfergruppe werden. Mit einem Sieg gegen Peru hätte man den Aufstieg in der Tasche, allerdings wartet auf die Spieler von Teamchef Prilasnig noch ein hartes Stück Arbeit. Peru liegt derzeit nach einem Sieg gegen Indien und einer Niederlage gegen Rumänien in der Tabelle hinter Österreich, doch die Südamerikaner sollten auf keinen Fall unterschätzt werden. Das Spiele gegen Peru steigt um 18 MET und wird auf www.homelessworldcup.org im Internet übertragen.

 

Carmen Paugger/Santiago de Chile

Fotocredit: Paugger, honorarfrei, Bildtext: Philipp Fischer, österreichisches Homeless World Cup Nationalteam im Spiel gegen Dänemark