Der Steirische Fußballverband informiert...

Trauer um Franz Mikscha

Der Steirische Fußballverband und mit ihm der österreichische Fußballsport trauert um

Herrn Franz Mikscha

der am 12. Jänner 2019 im 84. Lebensjahr überraschend verstorben ist.

Wir durften Franz Mikscha als liebenswürdigen Menschen, als charaktervollen Mann und engagierten Kollegen kennen und schätzen lernen, der voller Tatendrang immer versucht hat, das Bestmöglichste für den Fußball zu erreichen.

Der Österreichische Fußballsport verliert mit ihm einen großen Menschen und verdienstvollen Spieler, Trainer und Funktionär, dem vor allem die Förderung des Fußballsports in seiner Gesamtheit eine besondere Herzensangelegenheit war.

Wir werden Franz Mikscha stets ein ehrendes Andenken bewahren!

Im Namen des Steirischen Fußballverbandes, und auch ganz persönlich, möchten wir seiner Familie unsere tief empfundene Anteilnahme in diesen schweren Stunden zum Ausdruck bringen.

Die Verabschiedung beginnt am Freitag, dem 18. Jänner 2019, um 13 Uhr mit der Aufbahrung am Ortsfriedhof Graz St. Peter.

 

Dr. Wolfgang Bartosch Thomas Nußgruber
Präsident Direktor

Anstelle von Kranz- und Blumenspenden besteht die Möglichkeit zur Unterstützung des Roten Kreuzes Österreich (IBAN AT57 2011 1400 1440 0144)

 

Er schien die ewige Jugend gepachtet zu haben. Sportlich und fit – egal ob am Schihang oder auf dem Tennisplatz – präsentierte sich Franz Mikscha mit seinen 83 Jahren. Und stets sympathisch und bescheiden, eine Sturmlegende im besten Sinne des Wortes, ein unvergesslicher Sportsmann, ein lieber Mensch. Am 12. Jänner ist er völlig unerwartet durch eine Gehirnblutung aus dem Leben gerissen worden.

Der am 13. Juni 1935 geborene gelernte Spengler Franz Mikscha begann seine Fußballer-Laufbahn beim Grazer Sportklub, wo er mit 18 in der Staatsliga B debütierte. Im Sommer 1956 wechselte er im Tauschweg gegen Tormann Adi Sauruck und Stürmer Josef Meszaros zum Bezirksnachbarn Sturm, wo er mit 21 noch im selben Jahr sein Debüt feierte. Pepi Blum war sein Trainer beim Sportklub – und nun auch bei Sturm. Sein erster Sturm-Heimspiel-Sieg in der Gruabn war in der Saison 1956/57 ein 4:2 gegen Kapfenberg mit der Mannschaft Mikscha; Neudeck, Neuhold, Anton Reiter; Höfler, Senekowitsch; Hauser, Kaltenegger, Mühlbauer, Caka, Klug (Tore: Kaltenegger 2, Senekowitsch und Mühlbauer bzw. Neuhold-Eigentor und Sillaber), nachdem er beim Debüt – im September 1956 gegen Simmering – ein 3:4 hinnehmen musste.

Symbol für Klubtreue
Mikscha war das Symbol für Klubtreue schlechthin. 12 Jahre lang (!), von 1956 bis 1968, war er – mit Ausnahme der Saison 1964/65, als er verletzungsbedingt Günter Paulitsch den Vortritt lassen musste – Stammtormann des SK Sturm. Er war bei allen Höhen und Tiefen dabei, stand an die 300mal im Sturmtor, davon in 223 Pflichtspielen (bei 26 Runden im Jahr eine Leistung!) – übrigens 52mal ohne Gegentor. Er feierte auch die beiden Aufstiege und Regionalliga-Meistertitel 1964 und 1966 gemeinsam mit den Legenden Burli Wolf, Heinz Ruß, Heli Wagner, Ivan Medle, Kurt Reisinger und Co. Sein Konkurrent im Sturmtor, Günter Paulitsch erinnert sich in der traurigen Stunde: „Von 1958 bis 1968 waren wir mit Ausnahme meiner zwei Jahre bei der Vienna gleichsam Konkurrenten. Und stets hatten wir das freundschaftlichste Verhältnis miteinander. Egal, ob er jetzt unüberwindliche Nummer eins war, oder ob ich ihn im Staatsligajahr 1964/65 verdrängte. Er war einfach ein lieber Mensch und Freund.“

Torschütze gegen Steyr
Besondere Highlights: Ein verwandelter Elfmeter beim 3:1-Sieg in der Gruabn über Amateure Steyr im Frühjahr 1964 und ein Spiel als rechter Außenverteidiger im Juni 1963 beim 0:0 in Steyr gegen Vorwärts, als ihn eine Handverletzung quälte und Günter Paulitsch im Tor stand. Sein letzter schöner Sieg war das 1:0 gegen den damaligen Spitzenklub Wacker Innsbruck im Frühjahr 1968 in der Gruabn, als bereits Gerdi Springer das Sagen bei Sturm hatte. Mikscha spielte damals mit Berek, Ruß, Heli Huberts; Fuchs, Wagner; Tesourinho, Murlasits, Kaiser, Peintinger, Reisinger. Springer holte 1968 aus Marburg den populären Damir Grloci, damit war für den 33jährigen „Mischi“ klar, dass seine Zeit nach 12 Jahren Sturm zu Ende war. Als Bankerlsitzer war er sich zu schade. Nach einem Jahr bei DSV Alpine beendete Mikscha, der bei der Gebietskrankenkasse für Steiermark beruflich tätig war, seine Karriere.

Auch als Trainer erfolgreich
Auch der Trainer Mikscha kann sich sehen lassen: 1970 bis 1972 Bärnbach in der Landesliga, dann 1972/73 Rosental im Spitzenfeld der Landesliga. Mit Flavia Solva stand er 1973/74 auf Rang 5 der Regionalliga, musste aber nach der Ligareform in die Landesliga zurück. Von 1975 bis 1977 war Mikscha wieder ihn Bärnbach, ehe er von 1977 bis 1981 abermals – und diesmal fast für vier Jahre – Flavia Solva coachte: einmal Vizemeister und zweimal Meister der Landesliga, die damals die dritte Division nach Bundesliga Erste und Zweite Division war. 1981/82 schaffte Mikscha mit Voitsberg den Landes-Meistertitel, sprang dann kurzfristig beim abstiegsgefährdeten WSV Rosental ein und coachte 1983/84 Rudersdorf.

Zur Legende geehrt
1984 wurde Mikscha Ko- und Unter-21-Trainer bei Sturm und löste am 14. Oktober 1985 Ivan Markovic als Cheftrainer ab. Unter Franz Mikscha holte Sturm ein 2:1 gegen den GAK durch Tore von Schauss und Cop in den Schlussminuten. Unvergesslich zwei Wochen später das Drama gegen Wacker Innsbruck, als Bozo Bakota, Schauss und Jurtin ein 1:3 in der Gruabn in den letzten Minuten in einen 4:3-Sieg verwandelten. Nach einer guten Saison beendete Sturm das Jahr 1985/86 auf Rang fünf der oberen Play-off hinter Austria, Rapid, Innsbruck und LASK und vor dem GAK. Mikscha hätte gerne als Coach bei Sturm weitergemacht, doch setzte die Klubführung damals auf den Klagenfurter Walter Ludescher. Mikscha zog sich daraufhin von der großen Fußballbühne zurück, trainierte noch kleinere Vereine, widmete sich aber mit Vorliebe seiner Familie und seinen Enkerln. 2016 wurde Mikscha von der Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt und 2017 in die Riege der „Sturm-Legenden“ aufgenommen. Gerne nahm er bis zuletzt an allen Veranstaltungen des Klubs teil – so im Herbst am Mitgliederabend im Raiffeisenzentrum in Raaba und zuletzt im November beim Legendentreffen in der UPC-Arena der Mannschaft von 1968. Mit seinen 83 Jahren war Mikscha nach Hans Schabus, der unlängst einen 98er feierte, der zweitälteste Sturmspieler. Ein für heuer geplantes Treffen der Legenden von 1959, dem 50-jährigen Geburtstag des SK Sturm, mit Heli Hauser, Heinerl Tautscher, Hansi Klug, Günter Paulitsch und Eduard Finding kommt für ihn völlig unerwartet leider zu spät.

Die Sturmfamilie trauert um einen beliebten, urechten Sturm-Sportsmann, den alle ins Herz geschlossen hatten, die ihn kannten. Seiner Gattin Edith, mit der er über 60 Jahre lang eine liebe und geschätzte Partnerin hatte, seiner Tochter Doris und seinen Enkerln gilt unsere herzlichste Anteilnahme.

(C) Presseinfo SK Sturm Graz