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Verleihung Jugendförderpreis 2020

Jugendförderpreis 2020

Das diesjährige Thema lautete:
"Was unternahm der Verein nach dem Corona-Stillstand um die Jugend wieder zu begeistern?"

27 Vereine nahmen an unserem ausgeschriebenen Projekt teil und ermöglichten uns einen tiefen Einblick in ihr Engagement die Jugend trotz schwieriger und bis dato einzigartiger Rahmenbedingungen, die im Jahr 2020 das Virus festlegt, für den Fußball weiterhin zu begeistern. Für dieses Bekenntnis unserer Vereine zum Kinder- und  Jugendfußball möchte ich mich aufs herzlichste bedanken, meinen Dank möchte ich auch dem Land Steiermark als Fördergeber dieses Projekts aussprechen und last but not least gebührt großen Dank auch dem Vorsitzenden der Jugendkommission Alfred Steindl, der mit seinem Team die Bewertung der eingeschickten Arbeiten auch in diesem Jahr sorgfältig durchgeführt hat.

Fast alle der eingeschickten Arbeiten weisen ein bemerkenswertes Merkmal auf.

Bezieht sich das vom StFV vorgegebene Thema in seiner Frage auf sämtliche Aktivitäten der einzelnen Vereine zum Erhalt der Begeisterung für den Fußball NACH dem Corona-Stillstand, so schildert die Mehrzahl der Vereine in ihren Arbeiten ihre Maßnahmen, die unmittelbar nach Ausruf unserer Bundesregierung zur Einstellung des Spielbetriebs im Amateurfußball am 12.03  und somit schon WÄHREND des Stillstandes gestartet wurden. Dies ist ein wunderschöner Beleg dafür wie schnell und flexibel unsere ehrenamtlichen VereinsfunktionärInnen und TrainerInnen auf die Situation reagierten und sofort Wege suchten die vielen JungkickerInnen weiterhin „am Ball“ zu halten.

Welche Konzepte sich die Vereine im Einzelnen dafür ausdachten und umsetzten, sehen wir uns nun anhand der 3 ersten Plätze unseres Wettbewerbes an:

PLATZ 3 – SV FLAVIA SOLVA

Sofort nach Ausruf des Stillstandes entwickelten die JugendtrainerInnen des Vereins altersadäquate Challenges, die per What´s App an die Eltern der Kinder geschickt wurden. Zusätzlich stellte der Verein das dazugehörige Equipment in Form von Hütchen, Bällen, Pop-Up Tore etc den Kindern zur Verfügung, sodass auch wirklich jedes Kind daran teilnehmen konnte.
Zur Illustration dieser Challenges beinhaltet die Arbeit auch einige Fotos, die SpielerInnen verschiedenster Altersstufen beim Training zu Hause, sei es im Garten oder sogar im Wohnzimmer bei technischen Übungen am Ball zeigen.

Ein eigenes Präventionskonzept, das auf Grundlage der 11 Handlungsempfehlungen des ÖFB aufbaute und die Zustimmung aller Eltern hatte, ermöglichte weitere Maßnahmen wie das Training in Kleingruppen. Dies führte zwar zu Abstrichen in der Trainingsquantität, aber immerhin war dadurch für jedes Kind zumindest 2 Stunden Fußball pro Woche möglich.

Schwierigkeiten im Training ergaben sich bei der Einhaltung der Abstandsregeln im Kinderbereich. Um den kleinsten Jungstars das Training weiterhin gefahrlos zu ermöglichen, führte der Verein das Eltern-Kind-Training ein. Jedes Kind konnte einmal in der Woche mit seinem mitgebrachten Spielpartner aus dem gemeinsamen Haushalt (Großeltern, Eltern) ein Training auf der Anlage mitmachen.

Als sich die Pandemie-Lage im Juni etwas zu entspannen begann, nützte Flavia Solva die Gunst der Stunde und führte  das „Flavia-Sommer Camp“ durch, bei dem sich die Spielerinnen und Spieler auch eine besondere Auszeichnung, den „Römer der Runde“ durch besondere Leistungen auf und abseits des Platzes holen konnten.

Die in lateinischer Sprache wiedergegebene Botschaft im Logo des Vereins „Ubi concordia, ibi victoria“ (dort wo Einigkeit herrscht, wird man erfolgreich sein) wurde während der Pandemie von der „Flavia-Familie“ beispielgebend umgesetzt.

Wir gratulieren dem SV Flavia Solva herzlich zum 3. Platz !

PLATZ 2 – ATUS BÄRNBACH

Auch der ATUS Bärnbach sah es als seine Pflicht an trotz sportlichen und wirtschaftlichen Stillstandes während des Lockdowns seinem Nachwuchs einen möglichst „normalen“ Sportalltag mit wöchentlichen Zielsetzungen zu ermöglichen.

Zunächst nützte der ATUS Bärnbach die Sperre der Sportanlagen um in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die Nutzungsflächen und die Vereinsgebäude zu sanieren. Eine durchgeführte Inventur zeigte auch, dass das Trainingsgeräte-Repertoire, wie Tore, Rebounder, Hütchen, Stangen etc. ergänzt werden musste.

Für die aktiven Sportler-und Sportlerinnen des Vereins wurden alters- und entwicklungsspezifische Trainingspläne erstellt. Diese Monats-, Wochen- und Tagespläne deckten den Bereich Technik, Koordination und Athletik ab und liegen im Detail der Projektarbeit bei. Dabei wurde vor allem darauf Bedacht genommen die Athletikübungen so zu konzipieren, dass dazu keine Geräte benötigt werden und sie auch bei Schlechtwetter oder bei härteren Quarantänemaßnahmen innerhalb der Wohnräume durchgeführt werden können.
Auch ein interner „Bärnbach TV“ Channel auf Youtube wurde zu diesem Zweck mit 35 Trainings-Videos bestückt. Zur Überprüfung waren die Spielerinnen und Spieler angehalten regelmäßig ihre selbsterstellten Videos über Messangerdienste an ihre Trainer zu schicken, die die Qualität der durchgeführten Übungen überprüften und dazu auch feedback gaben.  So blieb man auch während des harten Lockdowns fit und der Verein stets in Kontakt mit seinen Nachwuchsspielern.

Den Höhepunkt nach Lockerung der strengen Covid-Maßnahmen bildete das im Juni durchgeführte Sommer-Camp im Stadion Bärnbach. Ziel dieses Camps war 60 Kindern eine Plattform anzubieten ihren Bewegungsdrang auszuleben. Neben verschiedensten Sportdisziplinen stand auch ein Besuch der Steirischen Berg- und Naturwacht des Bezirks Voitsberg auf dem Programm, um den Kindern Fauna und Flora näherzubringen.
Einen besonders großen Wert legte der ATUS Bärnbach auf die intensive Betreuung der Kinder und so fiel der Entschluss 10 Ehrenamtliche an die Seite der Kinder zu stellen um eine bestmögliche Betreuung unter Einhaltung der behördlichen Maßnahmen zu gewährleisten.

Wir gratulieren dem ATUS Bärnbach herzlich zum 2. Platz !

PLATZ 1 – SV St. MAREIN-LORENZEN/M

Der 1. Platz unseres Projekts “Jugendförderpreis 2020“ geht an den SV St.Martin-Lorenzen im Mürztal. Der Verein überzeugte die Jury mit einem äußerst akribisch durchstrukturierten mehrphasigen Projekt um seinen JugendspielerInnen auch in den Wochen der Isolierung eine Heimat zu geben.

Unmittelbar nach offizieller Bekanntgabe des Lockdowns durch die Bundesregierung überlegte sich der Verein wie er seine Jugendlichen an der Erstellung eines Trainingsplans aktiv beteiligen könnte.

Diese Überlegung führte zu Phase 1, einem interaktiven Trainingsplan:
Ein/e SpielerIn zeigt eine selbst ausgedachte Übung vor, macht davon ein Video, nominiert daraufhin eine/n weitere/n SpielerIn und stellt das Video und die Nominierung in die WhatsApp Gruppe. Der nominierte Spieler wiederholt diesen Prozess und nominiert wieder einen Spieler. Auf diese Art und Weise konnten alle Kinder-und Jugendlichen auch in die Rolle eines Trainers schlüpfen und dazu beitragen für sich und ihre Mannschaft einen abwechslungsreichen Trainingsplan zu erstellen.

Phase 2:
Im April, als die Covid Maßnahmen noch anhielten, überraschte der Verein seine Nachwuchsmannschaften mit einem kleinen Ostergeschenk von detaillierten Trainingsplänen seines  Partners, der Fußballschule Raffl. Die Trainingspläne waren auf die verschiedenen Altersklassen abgestimmt und brachten abwechslungsreiche Übungen in den Bereichen Technik, Ballgefühl und Ballkontrolle.
Unter der Woche wurde fleißig geübt, am Wochenende gab es Challenges, wo die Kinder ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Dabei erstellte jeder Spieler ein Video von der vorgegebenen Challenge (zB Oberschenkelgaberln, Ballstand) an den jeweiligen Mannschaftstrainer.
Die 5 fleißigsten Spieler, die in den insgesamt 4 Wochenend-Challenges am meisten Punkte sammeln konnten, wurden vom Verein mit einem sogenannten SVM-Goody für Ihre Leistung belohnt.

Phase 3:
Die besten virtuellen Trainingskonzepte sind kein Ersatz für ein Mannschaftstraining an frischer Luft und endlich war das lang herbeiersehnte Training am Fußballplatz im Mai wieder möglich. Und wieder waren die Trainer gefordert ein stimmiges Konzept und einen dementsprechenden TrainingsOrganisations-Plan auszuarbeiten – speziell für die Punkte Trainingsablauf und Infrastruktur. Ein Konzept, das ein Training ohne Körperkontakt und unter Einhaltung der sonstigen Covid Bestimmungen ermöglichte und das in kurzen Gesprächen zuvor auch mit den Eltern/Kindern besprochen wurde.
Entsprechend der Vereinsfarben wurde jede Mannschaft in Gruppe WEISS und Gruppe GRÜN geteilt. Die gleiche farbliche Trennung galt für unseren Sportplatz. So trainierte die Gruppe GRÜN auf der linken Hälfte und die Gruppe WEISS auf der rechten Hälfte.

Weitere begleitende Maßnahmen zu Phase 3 umfassten das Aufstellen von Desinfektions-Spendern, das Anbringen von Informationsplakaten sowie die Adaptierung der Infrastruktur – durch farbliche Trennung in 2 verschiedene Zonen konnte man für die Kinder und Jugendlichen auch Plätze zum kurzen Verweilen schaffen.

Phase 4:
Ab Juli war das „normale“ Fußballtraining mit Körperkontakt wieder erlaubt. Hier beschreibt der Verein eindrucksvoll wie „ausgehungert“ seine Spieler und Spielerinnen nach Bewegung und dem Fußballspiel waren. Viele Trainingseinheiten gingen oft in Verlängerung, weil die Kinder so viel Spaß daran hatten

2 weitere Maßnahmen des Vereins, die zwar nicht zu unmittelbar mit dem Thema des diesjährigen Jugendförderpreises in Verbindung stehen, uns aber durchaus als erwähnenswert erscheinen ist einerseits das Stickeralbum, welches heuer der Verein herausbrachte und andererseits die Umstellung des Vereins von Plasikbecher auf Pfandbecher. Auch damit leistet der Verein SV St.Marein-Lorenzen einen wichtigen Beitrag für eine gesunde Zukunft seiner Kinder.

Wir gratulieren dem SV St.Marein-Lorenzen herzlich zum 1. Platz !